Menschheitsgeschichte II – Europa

eismann 1

Nun muss ich auch diesen Aufsatz neu schreiben 😉 es hat sich zu viel geändert:

Vor etwa 20.000 Jahren begann die letzte Phase der Eiszeit. Es konnten nur jene Menschen überleben, die in den südlichen Gebieten wohnten, möglicherweise konnten auch einige dorthin flüchten.

Peter Sykes hat vor 10 Jahren die Geschichte über die 7 Urmütter der Europäer geschrieben. Dem Peter Sykes gebührt Dank, weil er die DNA-Analyse des Menschen vorangetrieben hat. Allerdings ist ihm mit diesem Buch – ein Roman – die Fantasie durchgegangen.

Die Nachkommen der Urmutter Ursula – zu denen auch ich gehöre – haben in der Verteilung ein Ost-West Gefälle. Das kommt aber daher, dass die stärkste Gruppe in Europa – Nachkommen der Urmutter Helena in Westeuropa so häufig ist. In den Jäger- und Sammler-Gruppen in Mitteleuropa und Nordeuropa waren die Untergruppen von U stark vertreten. Das beweist ihre Häufigkeit zu Ende der Eiszeit.

Nach neueren Erkenntnissen ist die Mehrzahl der mt-Haplogruppen in Westasien entstanden (Orient).

Die häufigste mt-DNA in Europa ist die Gruppe H. Wahrscheinlich waren Frauen mit mt-DNA H in großer Zahl in einem/mehreren Refugien in Südeuropa vorhanden. Jedoch gab es auch solche aus Asien mit der mt-DNA H, die erst später in der Jungsteinzeit und in der Bronzezeit eingewandert sind. Mir sind keine Abschätzungen bekannt, wie viele davon schon zum Ende der Eiszeit in Südeuropa gesiedelt haben und wie viele mit den Zuwanderern der folgenden 5.000 Jahre in Europa eingewandert sind.

Im westlichen Mittelmeerraum entstand die mt-DNA V während der Eiszeit aus HV. Kurz nach dem Ende der Eiszeit zogen die ersten Jäger und Sammler entlang der Atlantikküste nach Norden, sie erreichten tausend(e) Jahre später Skandinavien und sind Vorfahren der Sami in Schweden. Noch heute haben die Sami in Lappland – Schweden – häufig die weibliche Haplogruppe V, die in Spanien entstanden ist. Somit ist der Zusammenhang bewiesen. In Schweden ist die alteuropäische Y-DNA I1 stärkste Gruppe innerhalb der männlichen Linien. Anders gesagt, wurden die alteuropäischen Männer im Großteil von Europa verdrängt und sie wurden nach Skandinavien + Norddeutschland abgedrängt.

Die mt-Haplogruppe K ist eine neuere Untergruppe von U und ist wahrscheinlich im Verlauf der Eiszeit im Orient entstanden. Zu Beginn des Neolithikums sind Ackerbauern aus Anatolien (Kaukasier) über den Balkan, Italien, Frankreich nach Spanien gezogen. Die hatten vorwiegend die Y-DNA G2a und häufig die mt-DNA K. Seit dieser Zeit ist Italien ein Häufungspunkt von K, aber es ist nicht dort entstanden. Der Ötzi hatte G2a und K – somit ist das eindrucksvoll bewiesen. Die Haplogruppe K ist die häufigste weibliche Gruppe unter den Juden. Deren Vorfahren sind damals nicht ausgewandert und sind als Ziegenhirten im Orient (Levante) geblieben.

Vom Balkan und dem Schwarzmeergebiet werden die Leute ebenfalls nach Norden gezogen sein. Vor ungefähr 8.000 Jahren entstand im Donauraum die Bandkeramik-Kultur. Die Leute betrieben Ackerbau, mit Getreide und Gemüse, sie hatten auch Haustiere, wie Kühe. Das ist schon die Jungsteinzeit. Wahrscheinlich haben sie die Kulturtechnik von Kleinasien mitgebracht.

Es wurden 24 Skelette aus dieser Zeit auf die mt-DNA untersucht. Die Forscher fanden bei 8 Individuen die Haplogruppe N1, welche heute in Europa nahezu ausgestorben ist, und schlossen daraus, die Bandkeramiker könnten nicht Vorfahren der heute lebenden Europäer gewesen sein. Die Untersuchung der männlichen Linien Y-DNA war damals noch problematisch und wurde nicht durchgeführt.

Die anderen mt-Haplogruppen sind nicht so bedeutend, und sie sind wohl auch aus Asien gekommen.

hier noch die Karte von Eupedia – über die Verteilung und Zusammensetzung der Europäer – als Jäger und Sammler – bevor die Neolithiker angekommen sind.

zum Vergrößern auf die Karte klicken

Insgesamt sind diese Aussagen nicht der Weisheit letzter Schluss. Die Fachleute (Humangenetiker, Archäologen) liefern beinahe jedes Jahr neue Erkenntnisse und sie widerrufen alte Aussagen, Klassifizierungen werden geändert.

Das ist nicht in Stein gemeißelt. Machmal denke ich: „Das kann ich nicht glauben!“

😉

 

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das ist der ursprüngliche Text:

 

 

Vor etwa 20.000 Jahren begann die letzte Phase der Eiszeit. Es konnten nur jene Menschen überleben, die in den südlichen Gebieten wohnten, möglicherweise konnten auch einige dorthin flüchten.

Peter Sykes hat vor 10 Jahren die Geschichte über die 7 Urmütter der Europäer geschrieben. Demnach sollen einige Linien während der letzten Eiszeit in den Refugien in Südeuropa entstanden sein. Das dürfte nur zum Teil zutreffen, weil fast alle Linien heute in Europa weit verteilt sind.

Die Nachkommen der Urmutter Ursula – zu denen auch ich gehöre – haben in der Verteilung ein Ost-West Gefälle. Das kommt aber daher, dass die stärkste Gruppe in Europa – Nachkommen der Urmutter Helena in Westeuropa so häufig sind. Diese Gruppe ist aber nicht erst vor 20.000 Jahren an der Nordwestküste des Mittelmeeres entstanden, sondern schon vorher anderswo in Europa.

Im Eiszeitrefugium in Spanien konnten aber viele der Gruppe H überleben, ebenso entstand dort die neue Gruppe V, die den Basken zugerechnet wird. Die dortigen Leute hatten einen Startvorteil und konnten als erste Gruppe nach der Eiszeit wahrscheinlich entlang der Atlantikküste nordwärts ziehen.

Auch im Inneren von Europa kamen sie gut vorwärts. Es war eine baumleere Grassteppe, die sie durchquerten, um den Beutetieren (Rentiere) zu folgen. Die Basken kamen bis nach Skandinavien. Noch heute haben die Sami in Lappland – Schweden – häufig die weibliche Haplogruppe V, die in Spanien entstanden ist. Somit ist der Zusammenhang bewiesen. Auch ist in Schweden die männliche y-Haplogruppe I (alteuropäisch) die häufigste, dürfte ebenfalls von Spanien abstammen.

In Norditalien – Region Venedig – ist ein Häufungspunkt der mt-Haplogruppe K, das ist eine Untergruppe von U. Diese Leute konnten nicht so leicht nach Norden wandern. die gletscherbedeckten Alpen werden damals wohl unüberwindbar gewesen sein. Die Haplogruppe K ist die häufigste weibliche Gruppe unter den Juden. Da scheint es eine Auswanderung von Norditalien in die Levante gegeben zu haben.

Vom Balkan und Schwazrmeergebiet werden die Leute ebenfalls nach Norden gezogen sein. Vor 7.000 bis 6.000 Jahren entstand im Donauraum die Bandkeramik-Kultur. Die Leute betrieben Ackerbau, mit Getreide und Gemüse, sie hatten auch Haustiere, wie Kühe. Das ist schon die Jungsteinzeit. Wahrscheinlich haben sie die Kulturtechnik von Kleinasien mitgebracht.

Es wurden 24 Skelette aus dieser Zeit auf die mt-DNA untersucht. Die Forscher fanden bei 8 Individuen die Haplogruppe N1, welche heute in Europa nahezu ausgestorben gilt, und schlossen daraus, die Bandkeramiker könnten nicht Vorfahren der heute lebenden Europäer gewesen sein. Die Untersuchung der männlichen Linien Y-DNA war damals noch problematisch und wurde nicht durchgeführt.

Vor wenigen Jahren untersuchte eine britische Forschergruppe die Y-DNA von heute lebenden R1b1 Männern in ganz Europa und außerhalb, auch noch andere Merkmale wie autosomale STR, die eine Altersbestimmung erlauben.

Sie fanden heraus, dass die Untergruppe R1b1b2, die im Gebiet der heutigen Türkei entstanden ist, maximal 9.000 Jahre alt ist, heute haben 110 Millionen Männer in (West)europa dieses Merkmal.

Sie schlossen daraus, die ersten Ackerbauern in Europa, die ja auch aus diesem Gebiet gekommen sind, sind Vorfahren der heutigen Westeuropäer. Dieser Schluss behauptet genau das Gegenteil von dem älteren Forschungsergebnis.

Den Unterschied erklärten sie damit, die Ackerbauern-Männer seien eben sexier gewesen. Daher hätten die Alteuropäer-Frauen diese gerne zum Manne genommen. (naive Gedanken einer Wissenschaftlerin 😉 )

Meiner Meinung nach sind die R1b Männer etwa 1000 Jahre später in den Donauraum gekommen und haben dabei die Bandkeramik-Kultur gewaltsam beendet.

Ich weiß – es gibt zahlreiche Ungereimtheiten über Aussagen aus diesem Zeitraum. Gerne würde ich mit blog-Lesern dieses Thema diskutieren, auch wenn jemand eine andere Meinung hat.

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Menschheitsgeschichte II – Europa

3 Gedanken zu “Menschheitsgeschichte II – Europa

  1. Die Bandkeramiker haben sich nach Norden ausgebreitet und sind auf die in diesem Gebiet lebende Bevölkerung getroffen. Die noch wildbeuterisch lebenden Mesolithiker und schon potoneolithische Gruppen haben sich den Bandkeramikern in großer Zahl angeschlossen, d.h. eingeheiratet. So ist das genetische Material der Bandkeramiker erhalten geblieben. Das Ende der Bandkeramik war zwar von Konflikten geprägt, diese entstanden jedoch innerhalb der Bandkeramik. Die Bandkeramische Kultur löst sich quasi auf, indem sie sich neuen Kulturen anschloss. Die Bandkeramik wurde nicht gewaltsam beendet. Das Mittelneolithikum ist auch in der Keramik eine Weiterentwicklung der Bandkeramik.
    Nachzulesen und ausführlich erklärt:
    http://www.steinzeitwissen.de/neolithikum
    http://www.steinzeitwissen.de/protoneolithikum
    http://www.steinzeitwissen.de/mesolithikum

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  2. Vielen Dank für die Links – da kann jemand nachschauen, wenn er es genau wissen will.

    Zu den Bandkeramikern hätte ich noch eine Ergänzung. Nach neueren Informationen deckt sich die Ausbreitung der E1b1b Leute weitgehend mit dem Siedlungsbereich der Bandkeramiker, geht aber darüber hinaus, als diese Kultur schon beendet war.

    der link dazu:
    die Bandkeramiker

    für mich ist es rätselhaft, wie sie derart genaue Karten über die Ausbreitung der E1b1b Leute anfertigen können. Möglicherweise ist das die Auswertung von Mikrosateliten DNA der heute lebenden E1b1b Männer in Europa.

    gruss decordoba

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