Geschäft mit der Mafia

Rubine 1

Vor Jahren war ich auf Tour in Nordthailand, wir fuhren mit einem Kleinbus von Chiang Mai nach Chiang Rai und weiter zum Goldenen Dreieck, das ist das Dreiländereck zwischen Thailand, Burma und Laos.
Es war berühmt-berüchtigt wegen dem Mohnanbau und der Opium-Produktion. Der Mekong ist der Grenzfluss nördlich von Thailand, ein gewaltiger Fluss, das macht Eindruck, die Donau ist auch beeindruckend aber kein Vergleich dazu.

Eine junge Thai Frau war Guide auf dieser Tour. Sie erzählte, sie sei früher bei der Drogen-Fahndung gewesen und später bei der Tourismus-Behörde, das ist eine Polizei-Einheit, die für Ein- und Ausreise der Ausländer zuständig ist.

Sie empfahl uns, die Reiseandenken auf den lokalen Märkten zu kaufen, und nicht nach Burma zu gehen. Dort würden die gleichen Waren angeboten, und der Preis sei auch etwa gleich hoch. Sie warnte uns eindringlich, Pakete von irgendwelchen Personen mitzunehmen, da könnten Drogen drinnen sein.

So kamen wir auch in die nördlichste Thai Stadt – Mae Sai. Auf dem Marktplatz herrschte reges Treiben, überall waren Verkaufsstände mit Edelstein-Imitationen aufgestellt, billige Ware aus China, das Material aus Zirkonia ? oder Glas, eher keine synthetischen Rubine aus Deutschland.

Ich kaufte das eine oder andere Stück – just for fun. Ein Mann beobachtete mich und bot mir einen echten Mogok Rubin aus Burma an. Ich hielt den Edelstein gegen das Licht und konnte sehen, dass dieser echt war, zögerte aber, diesen zu kaufen. Der Händler zeigte mir noch zwei weitere Steine in der gleichen Qualität.

Wir feilschten um den Preis, schließlich kaufte ich ihm alle drei Steine um etwa 3.000 Baht ab. Das war viel zu billig, die Rubine waren je etwa 2 Karat groß, der Schliff war mittelmäßig (nicht perfekt), aber sie waren mindestens 600 Euro wert, das sind etwa 24.000 Baht.

Anschließend wollte er mir einen großen synthetischen Stein andrehen, was ich ablehnte. Da wollte er die 3 echten Steine auch wieder zurück haben, weil er ein Verlustgeschäft gemacht hatte. Wir gerieten in Streit, mehrere Burmanen umringten mich. Da kam mir der Guide (die Frau) zu Hilfe, sprach mit den Männer auf Thai in einem schärferen Ton, worauf sie sich verzogen.

Auf dem Rückweg kamen wir zu einer Straßensperre mit aufgebautem Maschinengewehr. Ein Soldat musterte alle Leute im Kleinbus, aber er holte keinen von uns heraus, so konnten wir unbehelligt weiterfahren.

Eigentlich wollte ich dieses Jahr wieder dorthin reisen, um vielleicht wieder einige günstige Steine zu kaufen. Es war aber ein Erdbeben in der Region mit zerstörten Gebäuden und Straßen, so habe ich darauf verzichtet. Insgeheim habe ich gehofft, die Mafia-Edelsteinhändler hätten mich schon vergessen 😉

Ergänzung vom 15.12.2015 um 11:00:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Rubine 29
  • links ist ein synthetischer Rubin (Korund)
  • mitte ist ein echter Mogok Rubin
  • rechts ist ein Spinell (keine Chrom-Färbung)

der Mogok Rubin ist nicht so gut fotografiert, mir fehlt eine geeignete Beleuchtung und die passende Foto-Ausrüstung

 

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