der Raps und die Mafia

Rapsöl 1
Rapsöl 1

Vor einigen Jahren brauchte ein Bankdirektor in Österreich dringend Raps für die Ölgewinnung zur Herstellung von Biodiesel in seinem Konzern.

In Österreich wird zwar viel Raps angebaut, doch daraus wird vorwiegend Speiseöl erzeugt. Dieses Produkt ist zu wertvoll.

Da kam er auf die Idee, den Raps aus Rumänien zu beziehen. Doch die dortigen Grundbesitzer hatten keine Erfahrung und keine Landmaschinen für dieses Vorhaben.

So beschaffte der Bankdirektor die Sämaschinen, Traktoren und Mähdrescher und lieferte sie nach Rumänien. Es wurden große Flächen zu einem niedrigen Preis gepachtet. Bauern aus Österreich haben den Rumänen gezeigt, wie man das durchführt.

Zur Ernte fuhren die Mähdrescher in die Rapsfelder. Der Raps wurde in den Speicher eingelagert. In der Nacht wurde der Raps gestohlen, mit Lastautos abtransportiert. Es waren Security-Mitarbeiter zur Bewachung eingesetzt, die haben mit den Dieben gemeinsame Sache gemacht. Offensichtlich hat sich das mehr gelohnt als der normale Verdienst.

Das ist dort so üblich!

Korruption und Diebstahl sind häufig!

Das Projekt musste abgebrochen werden. Die Landmaschinen und Traktoren wurden in stark benütztem Zustand nach Österreich zurückgeholt. Ein totales Verlustgeschäft.

http://www.topagrar.at/sonstiges/Raiffeisen-OOe-Raps-Flop-in-Rumaenien-695251.html

Da wundert man sich nicht mehr, warum diese Länder im Süden wirtschaftlich nicht auf die Beine kommen. Es gelingt nur wenigen Unternehmen, dort eine Fabrik zu errichten. Da müssen sich die Manager mit der Mafia arrangieren, sonst klappt das nicht. Möglicherweise schneiden dortige Beamte und Politiker mit. Ein undurchdringlicher Filz.

Noch einige Beispiele:

Eine große österreichische Baufirma hatte viele Straßen und sonstige Projekte in Südosteuropa errichtet. Sie erlitten große Verluste, es gab viel Schwund beim Baumaterial, Werkzeug und Baumaschinen. Die gesamte Firma ging in Konkurs, die Eigentümer/Aktionäre haben fast das gesamt Investment verloren.

Die österreichische Handelskette Baumax hatte Geschäfte in Südosteuropa und in der Türkei errichtet. Es blieb ein Verlustgeschäft. Warum weiß ich nicht. Anscheinend wurde wenig regulär verkauft und mehr gestohlen. Diese Geschäfte mussten geschlossen werden. Baumax kämpft seither gegen den Konkurs.

Die österreichische Voestalpine wollte vor der Finanzkrise ein Stahlwerk in Rumänien an der Schwarzmeerküste errichten. Die Planung war schon abgeschlossen. Es verdoppelte sich der Preis für das Grundstück gegenüber der Vereinbarung. Glücklicherweise wurde das Werk nicht errichtet. Dort kann man kaum investieren, sodass ein Gewinn erwirtschaftet wird. Dort ist ein (westliches) Unternehmen was zum Ausnehmen.

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