Reizdarmsyndrom und chronische Darmentzündung

Pankreoflat
Pankreoflat

Pankreoflat – ein Medikament zur besseren Verdauung

Es gibt unterschiedliche Ursachen für Verdauungsprobleme, daher gibt es auch mehrere Therapieansätze.

Die schädlichen Darmbakterien werden oft als Ursache für viele weitere Krankheiten dargestellt, das ist durchaus möglich. Als Therapie wird die Darmsanierung empfohlen.

Vorerst werden viele Nahrungsmittel verboten. Dann werden Kapseln mit Keimen von Darmbakterien verabreicht.

Ein Produkt – den Namen nenne ich nicht – enthält Keime von 13 Probiotika = 13 verschiedene Arten von Keimen, weiters enthält es noch Präbiotika, das sind Nahrungskomponenten, die von den Darmbakterien verwertet werden (Inulin, Oligofruktose) und noch ein Ferment zum besseren Aufschluss von Nahrungsbestandteilen.

Das hilft, wenn das Problem nur im Dickdarm lokalisiert ist. Die betroffenen Personen haben keine großartigen Beschwerden, manchmal haben sie eine Verstopfung.

Häufig ist aber bei Patienten mit Reizdarmsyndrom die Aufnahme der Nahrungskomponenten im Dünndarm gestört. Es ist ein Irrtum zu glauben, das könne mit einem pflanzlichen Ferment behoben werden.

Diese Patienten leiden an Durchfall und Flatulenz, es kommt zu einer Schaumbildung im Magen und im Dünndarm, wodurch Übelkeit und ein Völlegefühl auftritt. Durch den Schaum wirken die Fermente der Bauchspeicheldrüse nicht effektiv. Manchmal ist nicht genug Ferment von der Bauchspeicheldrüse vorhanden (aus unterschiedlichen Gründen).

Da gibt es einen anderen Therapieansatz. Es gibt Medikamente, die Pankreatin enthalten, welches aus tierischen Quellen gewonnen wird und Lipase, Amylase und Protease enthält. Damit wird der Aufschluss des Speisebreies im Zwölffingerdarm und im Dünndarm sichergestellt.

Die Schaumbildung wird durch Dimeticon verhindert, das ist ein (kurz?)kettiges Siloxan, das auch in der Technik verwendet wird. Es kann vom Darm nicht aufgenommen werden.

Beide Komponenten führen zu einer besseren Aufnahme der Nahrungsbestandteile im Dünndarm, wodurch diese nicht mehr in den Dickdarm gelangen, wo sie von den falschen Bakterien gefressen werden.

Hingegen wird der Einsatz des zuerst erwähnten Medikamentes weitere Beschwerden verursachen, weil die Bakterien im Dickdarm zusätzlich noch mit der Oligofructose gefüttert werden.

Anmerkung 1: Für die schweren chronischen Darmentzündungen, wie Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn ist die Selbsmedikation nicht geeignet. Das ist die Aufgabe des Internisten.

Anmerkung 2: Eine bestehende Nahrungsmittel-Unverträglichkeit muss ebenfalls berücksichtigt werden. Die unverträglichen Nahrungsmittel müssen vermieden werden. Andernfalls sind alle weiteren Therapien zwecklos.

Ergänzung am 29.06.2017

Im Zusammenhang mit chronischen Durchfallerkrankungen kommt es manchmal zur Bildung einer Pseudomembran an der Darmschleimhaut, diese besteht aus Fibrin. Meist wird diese Erscheinung durch das Bakterium Clostridium difficile verursacht. Bei längerdauernder Antibiotika-Therapie wird das Mikrobiom im Darm geschädigt, sodass die Clostridien überhand nehmen. Die Clostridien produzieren die Giftstoffe Enterotoxin A und das Cytotoxin B. Als Folge dieser Gift-Einwirkung kommt es zu Befindlichkeitsstörungen in anderen Körperregionen (Schmerzen, Entzündungen).
Als Therapie wird eine Woche lang Metronidazol verabreicht, das drängt die Clostridien stark zurück. Aber das ersetzt die vernichteten „guten“ Darmbakterien nicht. Eine Zufuhr von Probiotika verbessert das Mikrobiom im Darm etwas, aber es hat keine dauerhafte Wirkung – oft kommen die Clostridien wieder zurück.

http://www.medizinfo.de/gastro/darm/pseudomembranoese_kolitis.shtml

Ergänzung am 05.08.2017

Häufig ist das Reizdarm-Syndrom mit einer Entzündung im Dünndarm verbunden. Dafür gibt es eine neue Therapie. Es werden Kapseln mit Bifidus-Keimen – eine halbe Stunde vor dem Essen genommen. Diese verteilen sich im Dünndarm und lassen die Entzündung vorübergehend abklingen. Dadurch werden die Nahrungskomponenten im Dünndarm besser aufgenommen, und sie gelangen so nicht mehr in den Dickdarm, wo sie vergärt werden, was den gesamten Körper schädigt. Natürlich muss man sich sonst auch noch bemühen und auf jene Lebensmittel verzichten, die man nicht so gut verträgt! Wenn diese Therapie anschlägt, merkt man das an der besseren Verdauung, weiters vermindert sich die Flatulenz, und ein übelriechender Stuhl wird seltener.

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Reizdarmsyndrom und chronische Darmentzündung

Ein Gedanke zu “Reizdarmsyndrom und chronische Darmentzündung

  1. Es ist eine Herausforderung, mit dem Reizdarmsyndrom richtig umzugehen. Der Zucker-Kosum – zuckerhaltige Getränke – sind häufig an diesem Leiden beteiligt. Weiters ist der Stress zu vermeiden, nach dem Essen sollte sich der Patient entspannen und ein wenig ruhen. Bei manchen Patienten helfen Spasmolytika, damit die Verdauungsfermente aus der Bauchspeicheldrüse und der Leber besser in den Darm abfließen können. Die Ursachen sind komplex – das ist nicht bei allen Patienten mit Reizdarmsyndrom gleich.

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