China in finanziellen Nöten

Die letzten Tage ist der Aktienkurs der auf den Chinesischen Börsen gehandelten Unternehmen wieder einmal abgestürzt.

Die meisten Leute tun sich schwer, das richtig einzuschätzen.

Man sollte das nicht allzu dramatisch sehen. China ist eine Wirtschaftsgroßmacht, die chinesischen Geschäftsleute sind äußerst clever, die Techniker sind sehr einfallsreich. In den chinesischen Fabriken wird zunehmend eine brauchbare Qualität erzeugt.

In den letzten 20 Jahren hatten sie einen fulminanten Aufstieg hingelegt. Sie hatten den westlichen Staaten massenhaft Industrieproduktion weggenommen, indem sie selber die Märkte mit billigen Produkten geflutet haben. Viele Millionen Arbeitsplätze in den Westlichen Staaten wurden durch diesen Vorgang vernichtet, Unternehmen wurden ruiniert. Die westlichen Volkswirtschaften haben an diesem Aderlass gelitten, viel Kapital ist in die Schwellenländer abgeflossen.

Die letzten Jahre sind die chinesischen Aktienkurse stark angestiegen, haben sich in kurzer Zeit verdoppelt. Der Wechselkurs des Yuan ist erheblich gestiegen.

Das bedarf einer Korrektur, weil in der Ökonomie und in der Finanzwirtschft niemals die Bäume in den Himmel wachsen. Irgendwann ist der „Plafond“ erreicht.

Weiters haben sie noch gravierende Strukturprobleme:

  • Die Einkommen der Bevölkerung sind sehr ungleichmäßig verteilt. Es gibt sehr viele arme Leute, Landarbeiter. Eine kleine Gruppe ist sehr reich geworden, die wissen nicht mehr, wohin mit dem Geld.
  • Es wird kräftig von Leuten an der Börse spekuliert, die keinen blassen Schimmer von Aktiengeschäften und Derivaten haben. Weil man da so viel Geld verdienen kann, haben sie zur Finanzierung ihrer Spekulationsgeschäfte sogar Kredite aufgenommen.
  • Der Bankensektor zeigt einen Wildwuchs. Neben den lizenzierten Banken, die sich an strenge Regeln halten müssen, gibt es noch die Schattenbanken, die enorme Summen an Krediten vergeben und „vazierendes“ Kapital ansaugen. Ich bin da überfragt, wie das im Detail funktioniert.
  • Die Energiegewinnung ist noch stark auf die Verbrennung von Kohle ausgerichtet. Deswegen haben sie zeitweise in Peking und in der gesamten Region einen Smog, wie England in den schlimmsten Zeiten.

Konsequenz:

Sie müssen die vorhin erwähnten Schwachpunkte angehen. Es wird Jahre dauern, bis das wirksam wird. Die Finanzmärkte und Aktienkurse werden sich innerhalb von wenigen Jahren stabilisieren und auf ein angemessenes Niveau gegenüber anderen Volkswirtschaften und Staaten einpendeln.

Fazit:

Abschreiben dürfen wir die Chinesen nicht- sie sind unvermindert stark in Produktion und Export!

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/china-unterbricht-erstmals-aktienhandel-wegen-schwankungen-a-1070303.html

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