das Bad

http://www.volksstimme.de/storyimage/MA/20150105/ARTIKEL/301059929/AR/0/AR-301059929.jpg&MaxW=505&ImageVersion=default&NCS_modified=20150321095518

Das Baden ist gesund, das wussten sie schon im Mittelalter. Die heilkundigen Personen wurden in Süddeutschland „Bader“ genannt, weil das Baden Teil der Therapie war.

Vor mehreren hundert Jahren hatten die Leute noch keine Gelegenheit, im Winter zu baden. Da war das Badehaus willkommen. Man konnte die gesamte Körperoberfläche gut reinigen. Die alte Hornhaut wird aufgeweicht und abgetragen.

In den Badehäusern hatten sie einen großen Holzbottich mit warmem Wasser, in den sich die Leute hineinsetzten. Dienstbare Geister halfen dabei und konnten den Rücken schrubben. Nicht selten setzten sich die Frauen auch in den Bottich und boten eine sexuelle Dienstleistung an. Das waren die Badhuren. Die Männer pflegten so den außerehelichen Sex. Allerdings wurde die Keime auch verteilt, nicht nur der Tripper.

Vorteile des Bades:

Die Haut und das Bindegewebe werden ausgelaugt, so können krankmachende Schlackenstoffe herausgelöst werden. So stellt man sich das vor. Das hat eine gewisse reinigende Tiefenwirkung und ist ähnlich reinigend, wie der Schweißaustritt. (*)

Der Mensch hat eine Bakterienflora auf der Haut, das ist normal. Durch ein Bad wird diese Bakterienflora regeneriert, indem nur mehr die gereinigte Haut ohne die abgestorbenen Hautzellen als Träger zur Verfügung steht.

In Süddeutschland und in Österreich haben wir viele Thermal-Bäder. Das Wasser enthält gelöste Salze, die im Trinkwasser kaum vorkommen; das sind Sulfide, Jodide. Natürlich sind auch Sulfate und Chloride enthalten. Die Kationen werden nicht so entscheidend sein: Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium. So ein Heilbad hat eine „kurative“ Wirkung bei gewissen Krankheiten.

Einst war auch der Geheimrat Goethe in diversen Kurorten, um sich zu kurieren und die jungen Frauen zu beschwatzen, und was sich sonst noch ergeben hat.

Die Substandard-Wohnungen aus der Ersten Republik hatten noch kein fließendes Wasser in den Zimmern. Es gab eine Wasserentnahmestelle auf dem Gang – das war die Bassena. Die Bewohner gingen in das Tröpferlbad. Das war eine Gemeinschafts-Dusche in einem öffentlichen Gebäude. Gegen eine kleine Gebühr konnten sie sich ausgiebig duschen. Das gab es von wenigen Jahrzehnten noch vereinzelt in Linz, von alten Frauen frequentiert (in der Dorfhalle-Schule, Franckstraße).

Eine Bassena aus Wien – Antiquität

https://www.wien.gv.at/wienwasser/images/bassena-gr.jpg

das ist kein Bad – ein Badeort – Venedig – Goethe war dort

http://www.venediginformationen.eu/images/789652a.jpg

*) man sieht das an den Fingerkuppen, die etwas runzelig werden, wenn man eine halbe Stunde in der Badewanne liegt. Daran kann man erkennen, dass Haut und Bindegewebe durch das Bad ausgelaugt werden.

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