der Kochlöffel-Schnitzer

 

Während dem WK2 lebte eine junge Frau mit ihrem kleinen Sohn in einem baufälligen Holzhäuschen. Sie hatte ein wenig Grund und einige Ziegen für den Lebensunterhalt. Der Vater ihres Sohnes war im Krieg (und er kam auch nicht mehr zurück).

Es reichte hinten und vorne nicht zum Leben, deshalb hatte sie viele Männerbekanntschaften, wobei man nicht weiß, ob der Lustgewinn oder die finanzielle Zuwendung im Vordergrund gestanden ist.

Heute würde man so eine Frau als „Hobbynutte“ bezeichnen.

Nach dem WK2 kam ein Mann an ihre Haustür, der geschnitzte Kochlöffel verkaufte – der Kochlöffel-Schnitzer. Er blieb bei ihr, und sie heirateten bald. In der Folge bekam die Frau noch 2 Söhne und eine Tochter.

Der Ehemann war ein unverbesserlicher Weiberheld, und er hatte zeitweise keine Arbeit. Seine Einnahmen kamen nur teilweise der Familie zugute, den Rest trug er in die Gastwirtschaft.

Damals wurde ein Donaukraftwerk in Niederösterreich gebaut. Der Mann fand dort eine Arbeit und war oft wochenlang von seiner Familie getrennt. Er lachte sich dort ein Mädchen an, es(sie) wurde schwanger. Den Eltern des Mädchens erzählte er, er hätte einen großen Bauernhof in Oberösterreich , mit viel Vieh, Pferden und Ochsen.

So machten sich die Eltern des schwangeren Mädchens auf den Weg und fuhren mit dem Postautobus zu dem besagten Bauernhof, seine Adresse hatte er preisgegeben.

Im Autobus sprachen die Eltern mit anderen Fahrgästen und erfuhren, dass der Mann verheiratet ist und kaum einen Besitz aber mehrere Kinder hat. Die Eltern weinten: „Unser Miazerl“

An der Postautobus-Haltestelle stand zufällig die Ehefrau des Möchtegerne-Gutsherrn mit ihren Kindern. Sie sprach mit den Eltern des Mädchens und sagte: „Wir haben keinen Hof und keine Kühe – das sind seine Kinder – und der Ochse ist er selber!“

(Off Topic: Die Frau hatte im Laufe der Jahre mehrere Abtreibungen, aber das passt nicht hierher, das ist eine andere Geschichte).

 

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der Kochlöffel-Schnitzer

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