Mädchen für Alles

 

In jedem Wirtshaus brauchen sie eine Person, welche die niedrigen Arbeiten verrichtet, das ist Putzen, Kartoffeln schälen und den Geschirrspüler beladen.

Eine Wirtin sagte einmal bei einem Bewerbungsgespräch, sie brauche eine „Gute Seele des Hauses“, welche die allfällig anfallenden Arbeiten verrichtet. Dabei solle diese Person die anstehenden Arbeiten selber sehen, ohne dass man ihr jeden Handgriff extra anschafft! Das ist eine klare Ansage der Wirtin, man sollte ihr deswegen nicht böse sein, wenn sie eine Bewerberin ablehnt, die offensichtlich diese Erwartungen nicht erfüllen kann.

Ein Sous Chef sagte, er brauche eine Küchenhilfe, die ganz schnell das liefert, was er verlangt. „Ich brauche das – zack zack – schneller, schneller!“ Eine Ausländer-Frau kann diese Anforderung nicht erfüllen, weil sie möglicherweise seine Befehle nicht vollständig versteht, oder weil sie diese Belastung nicht aushält. Das Motto: den Mindestlohn zahlen und die maximale Arbeitsleistung verlangen.

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Nehmen wir mal an, die Frau Hinum hat so einen Arbeitsplatz als Küchenhilfe und Putzfrau ergattert. (*der Name ist fingiert).

Wenn sie anwesend ist, hat sie alle niedrigen Arbeiten beim Wirt zu verrichten. Alle anderen Mitarbeiter des Wirtes – Kellnerinnen, Azubi in der Küche – fühlen sich nicht mehr zuständig und rufen sofort nach der Frau Hinum, wenn etwas zu tun ist. Sie schält gerade eine Schüssel Kartoffeln, da ruft eine Kollegin: „Frau Hinum – fülle das Klopapier im Keller auf!“

Die Kellnerinnen schaffen emsig, wenn die Gäste versorgt werden müssen. Sobald sie etwas „Luft“ haben, setzen sie sich und rauchen eine Zigarette, anstelle der Frau Hinum zu helfen und das Klopapier aufzufüllen.

Ein großzügiger Wirt gibt seinen Mitarbeitern ein Gericht gratis. Sie dürfen sich zum Essen – sagen wir eine halbe Stunde – setzen. Die Frau Hinum setzt sich und hat den ersten Bissen vom Schnitzel geschluckt, da ruft schon eine Kollegin: „Frau Hinum – räume den Geschirrspüler aus!“

Insgesamt ist die Frau Hinum frustriert – weil sie sich als letzte Sklavin in diesem Wirtshaus fühlt. Sie ist eine Person ohne Wert – so fühlt sie sich –

ไม่ มี ค่า mai mi kha !

Es sei noch angemerkt, dass die versklavte Person selber an ihrem Sklavendasein mitwirkt. Das ergibt sich aus der Konversation, der Gestik und der Mimik. Die anderen Mitarbeiter sehen das sofort, dass das eine Sklavin ist, dementsprechend verhalten sie sich.

Ich könnte das weiter ausschmücken – aber es reicht schon 😉

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