die Schlacht um Mossul

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People who fled from the violence in Mosul walk inside the Khazer refugee camp on outskirts of Arbil

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Seit Monaten bereiten sich Irakische Regierungstruppen auf die Eroberung von Mossul vor. Es sind noch schiitische Milizen daran beteiligt. Weiters haben die USA noch mindestens 600 Mann „Special Forces“ im Irak, die in Mossul zum Einsatz kommen.

Die Türkei hat 2.000 Mann Bodentruppen samt Panzern in Irakisch Kurdistan stationiert. Sie wurden von der Irakischen Regierung nicht eingeladen, deren Anwesenheit ist unerwünscht und deren Abzug wird gefordert. Sie wollen sich auch an der Eroberung von Mossul beteiligen und ein Stück vom Kuchen abbekommen. Genauer gesagt – wollen sie einen Vorteil daraus generieren und ihren Einfluss in Irakisch Kurdistan festigen.

Seit einem Monat stehen die Gegner des IS vor Mossul. Sie haben einige kleinere Städte und Ortschaften in der Umgebung eingenommen, zögern aber noch mit dem Angriff auf Mossul.

Die Einwohner von Mossul befürchten das Schlimmste. Einige Familien haben sich eingebunkert und mit Lebensmittel-Vorräten sowie Prepper-Sachen eingedeckt. Die meisten Bewohner wollen fliehen, werden von den IS-Terroristen daran gehindert, zurückgewiesen oder erschossen. Manchen Bewohnern von Mossul ist die Flucht aus der Stadt gelungen, deren Häuser werden von den IS-Terroristen in die Luft gesprengt. Die IS-Terroristen haben Stellungen in die Wohngebiete verlegt, damit sie nicht so leicht „ausgebombt“ werden können.

Das wird eine verlustreiche Schlacht!

http://orf.at/stories/2362405/2362406/

Ergänzung vom 22.10.2016

Gestern/vorgestern haben die IS-Terroristen die Stadt Kirkuk angegriffen, um einen Entlastungsangriff wegen der eingeschlossenen Stadt Mossul auszuführen. Es haben sich mehrere Selbstmord-Attentäter mit Sprengstoff-Westen in die Luft gesprengt. Andere Terroristen haben mit Gewehren (und schweren Infantriewaffen?) öffentliche Gebäude angegriffen, haben versucht, einzudringen. Eine Kraftwerks-Baustelle wurde angegriffen, die Arbeiter und Techniker wurden erschossen. Insgesamt wurden mehr als 20 Personen (Zivilisten und irakische Sicherheitskräfte) getötet.

Dieser Vorfall zeigt, dass die IS-Terroristen zwischen Bagdad und Mossul präsent sind. Sie hatten vor dem Fall von Falludscha ein breites Areal entlang dem Tigris Fluss unter Kontrolle. Dort wurden sie nicht besiegt, sie sind also immer noch dort, sofern sie sich nicht selber abgesetzt haben (Schläfer Zellen in den Dörfern und Kleinstädten).

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Der Belagerungsring um Mossul wird enger gezogen. Die IS-Terroristen haben die Bewohner von umliegenden Dörfern gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, sie wurden nach Mossul verschleppt, um damit den Preis für die Zivilbevölkerung zu steigern, wenn die Stadt eingenommen wird. Es wurden im Fernsehen Schächte gezeigt, die geschätzte 5 Meter tief waren und als Einstieg für unterirdische Gänge dienen. Es ist äußerst riskant für die Soldaten, in so ein Loch einzusteigen, weil überall Sprengfallen angebracht sind.

http://www.kurdistan24.net/en/news/e2f77e23-b371-4328-a589-59edce8df165/watch–is-monitors-peshmerga-through-underground-tunnel

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Karte vom 21.10.2016

Karte vom 19.10.2016

Karte vom 24.10.2016

Die IS-Terroristen haben die Ölquellen südlich von Mossul in Brand gesteckt

Gräben mit Erdöl befüllt und in Brand gesteckt

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Die ISW-Karte Mosul vom 7.11.2016

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Mit Bomben beladene Autos der IS-Selbstmord-Attentäter in der Schlacht um Mosul.

Sie greifen sogar einen M1 Abrams Kampfpanzer an.

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http://www.understandingwar.org/sites/default/files/Mosul%20City%20Campaign%20Nov%208-15%20PDF%20reduced.pdf

Die ISW-Karte von Mosul vom 15.11.2016 zeigt leichte Geländegewinne der Irakischen Streitkräfte und ein großes Gebiet, das umkämpft ist. Die Kampfhandlungen haben beinahe den Östlichen Nebenfluss des Tigris erreicht.

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Karten vom 23.11.2016

mosul-20-11-2016-isw-map-detail

Quelle: ISW map detail

Nach dem Bericht von SPON ist der Stadtteil KHADRA hart umkämpft. Dort haben sich starke Einheiten von IS-Terroristen verschanzt. Sie können aber von diesen Stellungen nicht mehr weg (nur über unterirdische Gänge?); daher werden diese Terroristen dort vernichtet.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/islamischer-staat-in-mossul-unter-druck-a-1122979.html

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Ergänzung am 28.11.2016

Nach Aussagen der Irakischen Armee wurden seit Beginn der Offensive auf Mossul etwa 1.000 IS-Terroristen getötet. „Their spirit is broken!“

Derzeit verstecken sich die IS-Terroristen unter der Zivilbevölkerung. Deswegen setzt die Irakische Armee kaum Panzer, Artillerie und schwere Infantrie-Waffen ein, um die Zivilpersonen zu schonen. Das verzögert die Befreiung von Mossul.

http://uk.businessinsider.com/r-iraqi-forces-say-1000-islamic-state-fighters-killed-in-mosul-2016-11?IR=T

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Ergänzung am 29.11.2016

mosul-29-11-2016-detail-map-isw

Quelle: ISW map detail

http://www.understandingwar.org/sites/default/files/Mosul%20City%20Campaign%20Nov%2022-28%20PDF%20reduced.pdf

Die Irakischen Streitkräfte sind im Stadtteil Masarif bis auf den kleinen Fluss herangerückt, der am Ruinenfeld von Nineveh vorbei fließt (Namen unbekannt). Sie sind noch gut 500 Meter vom Ruinenfeld Nineveh entfernt.

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Ergänzung am 6.12.2016

Die Irakische Armee hat Geländegewinne in Mosul erzielt. Sie haben im Südosten von Mosul die Bundesstraße 80 erreicht und das Krankenhaus Al Salam eingenommen, das ist etwa 1,5 Kilometer vom Tigris entfernt, bis dorthin ist freies Gelände – nicht dicht verbaut.

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Quelle: google-maps

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Quelle: liveuamap (Ukraine)

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Ergänzung am 13.12.2016

mosul-13-12-2016-isw

Quelle: ISW Map detail

Die Offensive der Irakischen Anti-Terror-Einheiten im Osten von Mosul verläuft erfolgreich, sie konnten fast alle umkämpften Bezirke unter ihre Kontrolle bringen, sowie eine starke Stellung der IS-Terroristen nördlich von Bakr vernichten.

Im Südosten von Mosul geriet die 9. Panzerdivision in eine Falle. Die Soldaten der 9. Panzerbrigade haben wenig Kampferfahrung. Die IS-Terroristen haben einen Hinterhalt gelegt. Ein Panzerbattaillion rückte bei wenig Widerstand auf das Salaam Hospital vor und konnte es einnehmen. Es gab heftiges Feuer aus dem obersten Stockwerk des Krankenhauses. Anschließend starteten die IS-Terroristen einen Gegenangriff, bei dem die Panzertruppen schwere Verluste erlitten. 5 Selbstmord-Attentäter lenkten ihre Fahrzeuge in die Reihen der Irakischen Soldaten. Die Russen und Syrer behaupteten auf ihren Webseiten, dass die Luftwaffe der Koalition = vorwiegend USA – das Krankenhaus auf eine Anforderung eines Irakischen Offiziers bombardiert haben. Dabei wurden ~100 Irakische Soldaten getötet. Es ist aber unwahrscheinlich, dass die Soldaten durch einen missglückten Angriff der USA getötet worden sind, wahrscheinlich sind das die Folgen der oben erwähnten Kampfhandlungen (alle Waffeneinwirkungen zusammen + Luftangriff)

Die Irakischen Soldaten mussten das soeben eroberte Krankenhaus wieder preisgeben und haben sich zurückgezogen. Insgesamt sind alle Bezirke im Südosten als umkämpft eingezeichnet.

Diese Aussagen sind nicht verifizierbar, die Meldungen sind nicht gut abgesichert.

http://www.understandingwar.org/backgrounder/campaign-mosul-december-6-12-2016

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Anmerkung vom 20.12.2016

Seit einer Woche hat sich für die Irakischen Streitkräfte kaum ein Geländegewinn ergeben. Das Areal im Südosten von Aleppo, das im Visier der Panzerbrigaden steht, ist weiterhin umkämpft.

Die Anti-Terror-Einheiten CTS im Osten von Aleppo haben viele verwundete Soldaten zu beklagen und können den Vorstoß nicht fortsetzen. Die Universität von Mosul nördlich des Ruinenfeldes von Nineveh ist im Visier, aber sie müssen dazu die schweren Waffen umgruppieren, weil sie damit nicht so leicht den kleinen Fluss überschreiten können.

Eine Änderung der Taktik erscheint unvermeidbar. So sollen wieder verstärkt Luftangriffe mit Lenkwaffen erfolgen, um die Stellungen der Terroristen zu treffen. Dabei würden viele Zivilisten getötet, weil die Terroristen die Zivilisten in die Stellungen gebracht haben und sie dort festhalten.

Mit Artillerie aus großer Entfernung kann man nicht viel ausrichten, weil dabei die Gebäude von oben getroffen werden. Wirksamer sind Kampfpanzer, die mit Infantriebegleitung vorrücken. Sobald eine Abwehrstellung ausgemacht ist, wird diese mit der Panzerkanone vernichtet. Ähnliche Effekte können mit schweren Infantriewaffen erzielt werden, aber dazu müssten die Infantristen auf der Straße neben dem Kampfpanzer vorrücken. Sie stehen im Schussfeld der Terroristen, wenn sie so eine rückstoßfreie Waffe (Panzerabwehrrohr) abfeuern wollen.

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Ergänzung am 04.01.2017

Die Irakische Armee hat die Sicherheitskräfte vor Neujahr umgruppiert. Im Südosten werden zusätzlich zu der 9. Panzerdivision mehrere Polzei-Einheiten eingesetzt. Sie haben innerhalb weniger Tage Geländegewinne erzielt und sind beinahe bis zum Tigris vorgestoßen. Im Norden nähert sich eine Panzerbrigade der Stadtgrenze von Mosul. Das ist notwendig, weil der Khosr Fluss nicht so leicht überschritten werden kann. Es wird angedacht, nicht alle Häuserblocks im Häuserkampf einzunehmen; vielmehr sollen weitere Luftangriffe die Abwehrstellungen der IS-Terroristen vernichten. Dabei werden mehr Zivilpersonen getötet, aber das ist unvermeidbar.

http://www.understandingwar.org/sites/default/files/Mosul%20City%20Campaign%20DEC20-JAN2%20pdfreduced.pdf

mosul-04-01-2017-isw-detail-map

Quelle: ISW map detail

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Ergänzung vom 7.01.2017

Die Irakische Armee hat den Khosr Fluss überschritten und ist in den Stadtteil al-Muthana vorgerückt. Auch im Norden haben Irakische Truppen die Stadtgrenze nach Mosul überschritten. Somit ist die Universität Mosul in greifbare Nähe gerückt. Dort werden starke IS-Verbände vermutet.

al-muthana-google-detail-map

Quelle: google maps detail

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Ergänzung am 15.01.2017

Die Antiterror-Einheiten CTS haben eine zweite Brücke am Tigris erreicht. Die Brücken sind zerstört. Gestern wurde das Gelände der Mosul Universität im Norden vollständig eingenommen. Damit schrumpft das von den IS-Terroristen gehaltene Areal östlich des Tigris. In der Universität waren Kommandostrukturen des IS untergebracht.

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Ergänzung am 18.01.2017

Die Irakische Armee meldet jenen Teil von Mosul östlich des Tigris als eingenommen. Es befinden sich im Nordosten von Mosul noch einige Stellungen der IS-Terroristen, die noch neutralisiert werden müssen. Respekt vor der Irakischen Armee, welche die Konfrontation mit den Terroristen nicht gescheut haben. Sie haben einen hohen Preis dafür bezahlt und hohe Verluste vor allem durch Selbstmord-Attentäter in Sprengstoff-Autos erlitten.. Jetzt haben die daran beteiligten Soldaten Kampferfahrung gesammelt, die sie dringend nötig haben, damit die eingenommenen Städte nicht wieder in die Hand der Terroristen fallen.

Es wurde viele Zivilisten – darunter Kinder gerettet – das habe ich gestern im Fernsehen gesehen. Ich hatte befürchtet, dass nicht viele davon lebend herauskommen.

Ergänzung am 12.02.2017

Es gibt weiter vereinzelte Gefechte in Ost-Mosul mit den IS-Terroristen. Entweder haben sich diese Männer in den Häusern, unter der Zivilbevölkerung oder in Tunnels versteckt und kommen nun zum Vorschein; oder es ist IS-Kämpfern gelungen, wieder von außen getarnt als Zivilisten in die Stadt einzudringen.

Das macht es riskant, die CTS-Eiheiten aus Ost-Mosul in den Westen zu verlegen. Eigene Überlegung: Die CTS-Kampftaktik hat den Vorstoß der CTS-Einheiten ermöglicht, viele Zivilisten wurden gerettet, und den IS-Terroristen wurde die Gelegenheit geboten, abzuziehen. Wo sind diese Männer hingekommen? Sie haben sich versteckt oder sind als Zivilisten getarnt, in das Umland von Mosul geflüchtet.

Dieser Blog-Eintrag ist schon zu lang und wird mit einem anderen Link fortgesetzt:

https://decordoba1.wordpress.com/2017/02/24/die-irakische-armee-startet-den-angriff-auf-den-flughafen-mosul/

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