der Taubenzüchter und der Fischer

Eigentlich sollte ich die Überschrift zu diesem Aufsatz ändern in:

Die Lebenskünstler aus der Sozialen Unterschicht

Die beiden Männer hatten nicht viel gemeinsam.

Der Eine war Soldat im WK2, wurde am Bein verwundet und war deswegen invalide. Er stritt sich mit den Behörden über die Kriegs-Invaliden-Rente, weil sie ihm eine hohe Invalidität nicht zuerkennen wollten. Sicher war er nicht zu 100 % einsatzfähig – etwa als Bauhilfsarbeiter. In der Folge verweigerte er jede Arbeit. Er ging jeden Tag eine Runde in den Wald spazieren und benutzte dabei einen Spazierstock. Seine einzige Tätigkeit bestand darin, Rasse-Tauben zu züchten. Er und seine Familie mit 3 Söhnen wohnten in einem alten Einfamilienhaus ohne landwirtschaftlichen Grundbesitz. Seine Frau musst in mehreren Haushalten putzen gehen, um das Geld für die Familie zu verdienen. Seine Söhne gerieten nach dem Vater und waren Rabauken, die andere Schüler terrorisierten. Einer von ihnen schlug aus einem nichtigen Grund ein Mädchen bei einer Tanzveranstaltung nieder.

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Der andere Mann war etwas jünger. Angeblich war er zum Ende des WK2 politisch verfolgt und seiner Behauptung nach im KZ interniert. Jedenfalls verlangte er von der Republik Österreich einen Unterhalt als eine von den Nazis verfolgte Person.

Er stammte aus einer Bauunternehmer-Familie und bezeichnete sich selber als Bauingenieur. Möglicherweise hatte er diese Ausbildung begonnen und nicht abgeschlossen. Er übte diesen Beruf nie aus, der ihm ein gutes Einkommen ermöglicht hätte. Er heiratete eine Frau aus ärmlichen Verhältnissen, die sich seiner Dominanz fügte. In der Folge baute er ein einfaches Haus am Waldrand, dort wo der Grund nicht teuer ist. Wer ihm das Geld dafür gegeben hat, ist nicht bekannt (Erbschaft?). Das Ehepaar hatte sieben Kinder. Nachdem auch dieser Mann nichts arbeitete, verbrachte er viel Zeit damit, in den Bächen der Umgebung und in der Donau zu fischen.

Zum Schulbeginn werden die Daten der Schulkinder aktualisiert. Sein Sohn wurde um den Beruf des Vaters gefragt, er sagte: „Fischer!“

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der Taubenzüchter und der Fischer

4 Gedanken zu “der Taubenzüchter und der Fischer

  1. Das sind alles Episoden aus längst vergangenen Zeiten ohne aktuelle Bedeutung. Heute haben wir den toll ausgebauten Sozialstaat mit dem H4, in Österreich die Mindestsicherung. Da wird einer Einzelperson vom Staat etwa 800 Euro gegeben. Wenn die Ehefrau auch nix arbeitet, bekommt sie ebenfalls 800. Dann können sich Beide an die Donau zum Fischen setzen, sie haben 52 Wochen im Jahr Urlaub

    Anmerkung: vorausgesetzt, das Arbeitsamt findet für die beiden Arbeitswilligen keine Arbeit.

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    1. Ich muss mich korrigieren, die in der gleichen Wohnung lebende Ehefrau bekommt nicht so viel, weil bei dem Mann 209 Euro Wohnkostenanteil enthalten sind; ich habe die genauen Bedingungen nicht gefunden, denke aber, dass diese für 1 Wohnung nur 1 mal gewährt wird.

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