Bernecker & Rainer wird an ABB verkauft

B&R ist ein Österreichisches Unternehmen für Industrie-Automation, sie beschäftigen weltweit 3.000 Mitarbeiter. Der Kaufpreis wurde nicht genannt, von Insidern wird eine Summe von 1,8 Milliarden Euro geschätzt. Mit diesem Geld können sich die Firmengründer auf das Altenteil legen, sie verkaufen damit ihr Lebenswerk, das als 2-Mann Firma in einem Keller begonnen hat.

Die Mitarbeiter sehen den Verkauf vorsichtig optimistisch, zumal der ABB-Direktor versichert hat, den Sitz des Unternehmens, die Forschung und (teilweise) die Fertigung in Eggelsberg – Oberösterreich – zu belassen. ABB will kräftig investieren und damit zum Mitbewerber Siemens aufschließen. Die Landespolitiker sehen das auch so – der Optimismus überwiegt.

Nicht alle Firmen-Übernahmen sind glücklich. Etwa die Hälfte der Merge-Aktionen scheitert aus diesem oder jenem Grund. In den meisten Fällen ist das Konzept nicht aufgegangen und der Geschäftserfolg ist ausgeblieben; seltener ist es von vornherein eine „Feindliche Übernahme“

Vergleich:

Vor vielen Jahren wurde der VA-Industrieanlagenbau = VA-Tech an Siemens verkauft. Da gab es zu Beginn auch große Hoffnungen auf einen weiteren Aufstieg der Linzer Anlagenbauer. Das hat sich nicht erfüllt.

Das größte Problem war die unterschiedliche Unternehmenskultur eines deutschen und eines österreichischen Unternehmens. Siemens verlangt die 100 %ige Dokumentation aller Arbeitsgänge einschließlich der 100%igen Einhaltung aller nur erdenklichen Vorschriften.

Bei dieser Arbeitsweise weiß man nachher genau, wer wann irgendwas gedacht, geforscht und gearbeitet hat. Wenn aber die Früchte dieser Arbeit unzureichend sind, nützt dieser deutsche Perfektionismus auch nichts. Dann macht der Mitbewerber das Geschäft und die Firma bringt die Kosten der Forschung nicht mehr herein. Dann wird rationalisiert und zugesperrt – es geht nicht anders.

Die österreichische Kreativität bleibt bei diesem Vorschrifts-Marathon auf der Strecke. Mit Kreativität sind aber die oberösterreichischen Firmen groß geworden. Wir werden sehen, wie ABB auf diese Herausforderung reagiert.

http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/wirtschaftsraumooe/UEbernahme-durch-ABB-schlaegt-fuer-Innviertler-B-R-ein-neues-Kapitel-auf;art467,2530791

Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt noch eine Anekdote einfügen, um den Unterschied von diversen Konzepten in der Industrie-Automation zu erklären. Ich habe selber ~30 Jahre mit solchen Systemen gearbeitet.

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Ergänzung am 06.04.2017

Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber hatten wir ein Prozessleitsystem. Neben unserer Fabrik war die Fabrik eines anderen Unternehmens gebaut. Dort hatten sie ein Prozessleitsystem von B&R; das bestand aus mehreren PC-Tower Computern, die nebeneinander in der Schaltwarte aufgestellt waren. Mit dieser Minimal-Ausstattung hatten sie die die chemischen Prozesse in dieser Fabrik geregelt und gesteuert.

Unser Prozessleitsystem hatte einen eigenen Raum, bei dem jede einzelne Einheit von Steuermodulen 2 Kilowatt Strom „gefressen“ hat. Dementsprechend hoch war die Wärmeentwicklung in diesem Schaltraum. Eine eigene Klimaanlage war nötig, um die freigesetzte Wärme abzuführen, ansonsten hätten sich die Steuermodule infolge Hitze-Entwicklung selber zerstört.

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